Das Heiz-Kraft-Werk - Ein Klassiker der Moderne

HKW-Kalender 2017 und Zeitzeugenberichte ab sofort erhältlich!

 

Den HKW-Kalender 2017 gibt es wieder ab dem Tag des offenen Denkmals. Unseren wunderschönen Kalender geben wir ab für 8,50 Euro (inklusive Verpackung, Versand und Porto)

► Die Broschüre "Beelitz-Heilstätten - in den Augen von Zeitzeugen" (57 Seiten) ist auch ab sofort erhältlich.  Sie erhalten sie für 7,00 Euro (inklusive Verpackung, Versand und Porto)

Bitte bedenken Sie, die Preise stellen den Selbstkostenpreis dar. Jede Aufrundung des Betrages ist für unseren Verein eine große Hilfe! Bitte machen Sie davon Gebrauch.

Falls Sie ein Buch und/oder einen Kalender haben möchten, teilen Sie uns dies bitte z.B. per email (info(at)hkw-beelitz.de) mit.  Nach der Überweisung des entsprechenden Betrags auf unser Bankkonto bei der Mittelbrandenburgische Sparkasse, IBAN: DE08 1605 0000 1000 0125 02 BIC: WELADED1PMB, erhalten Sie das gewünschte Exemplar dann umgehend. Bitte vergessen Sie nicht, Ihre genaue Adresse anzugeben.

Übrigens, Sie können auch sehr einfach Mitglied im Verein werden. Senden Sie eine E-Mail an info(at)hkw-beelitz.de und Sie erhalten alles weitere.

 

Informationen zum Heizkraftwerk (pdf-Datei)

Der Film wurde freundlicherweise von der Firma fiwafly bereitgestellt:
fiwafly
Elke Thimm, Fabian Werba
Charlottenburger Str. 123a, 14547 Beelitz
www.fiwafly.de

Das Wahrzeichen und Herzstück des historischen Ensembles in Beelitz-Heilstätten ist das Heiz-Kraft-Werk, das mit seinem 41m hohen Wasserturm das gesamte Gelände überragt.

Das Heiz-Kraft-Werk in Beelitz-Heilstätten ist das älteste Energiezentrum dieser Art in Deutschland mit einer einmaligen Kombination aus Fernheizwerk und Elektrizitätswerk. Hier wurden aus energietechnischer Sicht wegweisende Pläne realisiert: Wirtschaftliche Energieerzeugung, verlustarmer Transport zum Verbraucher und zuverlässige Versorgung des Abnehmers waren bereits damals wichtige Ziele. Große begehbare unterirdische Sammelkanäle versorgten von hier aus jedes einzelne Gebäude der Anlage. Den Standort des Heiz-Kraft-Werkes wählten die Erbauer unter ökonomischen und ökologischen Aspekten.

Durch den Anschluß an die Bahnlinie Berlin-Dessau konnte der Brennstoff Kohle direkt angeliefert werden. Dieses Prinzip der kurzen Wege wurde auch in der Ansiedlung der Großverbraucher fortgesetzt. Die Wäscherei, die Bäckerei und das zentrale Badehaus wurden in unmittelbarer Nähe des Heiz-Kraft-Werkes errichtet.

Zukunftsweisend: HighTech der Jahrhundertwende

Das Heiz-Kraft-Werk wurde in der ersten Ausbaustufe in den Jahren 1898 bis 1902 fertiggestellt. Zunächst erzeugten acht Zweiflammrohrkessel mit einem Betriebsdruck von 8 atü Wärmeenergie in Form von Naßdampf. Die Hauptabnehmer für den Hochdruckdampf waren Anlagen zur Erzeugung von Elektroenergie sowie die Dampfpumpen zur Förderung von Wasser. Die entstehende Wärmeenergie wurde vielfältig genutzt: zum Heizen der Gebäude, für medizinische Anwendungen im Badehaus, für die Wäscherei, zur Desinfektion und Sterilisation und in den Küchen. Die Umwandlung der Wärme in Elektroenergie erfolgte in der ersten Ausbaustufe mit zwei AEG-Gleichstromgeneratoren, die von jeweils einer Dampfmaschine der Firma Borsig angetrieben wurden. Aus der heutigen Sicht sind diese Verbundmaschinen einzigartig. Sie sind die einzigen noch erhaltenen Anlagen dieser Art in Deutschland.

1929 wurden zwei Dampfturbinen, verbunden mit zwei Drehstromgeneratoren von der Brown Boveri AG installiert. Damit setzte sich wegen der größeren Leistungsfähigkeit und besseren Übertragbarkeit die Wechselstromtechnik durch. Beschäftigt man sich heute näher mit der Technik des Heiz-Kraft-Werkes, ist es immer noch beeindruckend, wie die Ingenieure des 19. Jahrhunderts bei einem sehr sparsamen Einsatz von Primärenergie diesen hohen Nutzeffekt erzielten.

 

Faszinierend: Die Architektur

Das Heiz-Kraft-Werk mit seinen dazugehörenden Nebengebäuden ist auch aus architektonischer Sicht von großer Bedeutung und zählt zu den beeindruckendsten technischen Bauwerken in Deutschland. Der alles überragende Wasserturm mit dem innenliegenden Schornstein ist das Symbol des Heilstätten-Geländes. Hier wurden die Elemente des Landhausstils der Jahrhundertwende zu einer baulich-ornamentalen Ausformung gesteigert. Der regelmäßig oktogonale Schaft des Wasserturms ist mit weißen Glasursteinen verblendet, die Kanten- und Fensterlaibungen sowie der rückwärtige Erker sind mit rotem Klinker abgesetzt. Der abschließende, auf mächtigen Haussteinkonsolen ruhende Turmaufsatz wird durch ein kleinteiliges, geschwungenes Eichenholzfachwerk bestimmt. Die Ausfachung des Fachwerks ist ebenfalls mit weißen Glasursteinen in unterschiedlicher Ornamentik gestaltet. Die Innenräume des Ergeschosses sind nahezu durchgehend mit gesinterten Fliesen ausgelegt. Die Wände sind weitgehend mit Glasursteinen bekleidet, ebenso die preußischen Kappengewölbe der Maschinenhäuser und die Räume der Enteisungsanlagen. Allein durch die architektonische Vielgestaltigkeit und die Liebe zum Detail in den Ausführungen besitzt das Heiz-Kraft-Werk in Beelitz-Heilstätten heute höchsten Denkmalwert.

Engagiert: Verantwortung und AufgabeGleichstromschalttafel im Maschinensaal

Selbst wenn wir heute in der Lage sind, dank verbesserter Technologien und Materialien Anlagen dieser Art weitaus effektiver zu betreiben, wird deutlich: Das Heiz-Kraft-Werk in Beelitz-Heilstätten ist ein Beispiel für erstklassige Ingenieurleistung der Jahrhundertwende und muß als solches erhalten werden. Es liegt daher in der Verantwortung dieser Generation, daß auch kommende Generationen dieses Wahrzeichen technischer Entwicklung in Deutschland erleben und nachvollziehen können.                

Aus dem Bericht eines Mitarbeiters des AAfV Kuhlowitz

Bevor es an die eigentliche Arbeit ging war es notwendig, die Räumlichkeiten gegen Einbruch zu sichern. Es folgten Aufräumungsarbeiten im Meisterbüro, wobei die Aufgabe darin bestand, historische, technische Unterlagen zu sichern und aufzubewahren. Aus der ausgebrannten Elektro- und Rohrlegerwerkstatt bauten wir Maschinen und Schraubstöcke aus und lagerten sie in der Schlosserei ein. Als erstes größeres Objekt wurde der Gleichrichterraum gereinigt. Die Decken und Wände wurden durch Abspachteln von alten Farbschichten gesäubert. Die Gleichrichteranlage wurde zum Teil demontiert und zwecks Entrostung und Farbgebung mit Rostschutz und Lackfarbe versehen. Der größte Arbeitsaufwand ergab sich im Maschinenhaus, wobei mit dem Reinigen der Decke und dem Entrosten der Deckenträger sowie deren Korrosionsschutzanstrich begonnen wurde. Von unschätzbarem Wert war für uns die Hilfe von Herrn Nickel, der 38 Jahre lang dort im Heizkraftwerk tätig war. Herr Nickel wies uns in die Geheimnisse der Örtlichkeiten ein: vom Kanalsystem bis zum letzten Schieber zeigte und erläuterte er uns die gesamte Anlage und deren Funktion. Ich persönlich bin mit meiner Aufgabe sehr zufrieden, bietet sie mir eine historisch und arbeitstechnisch sehr interessante Tätigkeit, die Verantwortung und Kreativität fordert.

Hinweis: Die Fotos auf den Seiten können meist durch Anklicken vergrößert werden.