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Neue Mitbewohner in unserem Garten

Seit einigen Wochen haben wir nun unsere Steinkauz-Voliere mit einem Pärchen, das im nächsten Jahr ausgewildert werden wird. Wir hoffen, die kugeligen kleinen Eulen fühlen sich wohl bei uns. Was wir dafür tun können, machen wir gerne: Täglich füttern, sie besuchen und per Kamera beobachten. Es macht uns große Freude, den Tierchen zuzusehen.
Es gibt schon mehrere Auswilderungsvolieren im Naturpark, so stehen auch zwei in der Stadt Beelitz. Besucher des Naturparkzentrums Glau sehen die Voliere unmittelbar am Zugang. Wie kamen wir zu den Vögeln? Über das Steinkauz-Projekt des Landschaftsfördervereins Nuthe-Nieplitz-Niederung, in dem wir seit dessen Gründung Fördermitglieder sind.

Zum Steinkauz-Projekt

(Text aus www.naturpark-nuthe-nieplitz.de)

Der Steinkauz (Athene noctua) - Wiederansiedlung im Naturpark Nuthe-Nieplitz

Bis Mitte der 1980er Jahre war der Steinkauz in der Nuthe-Nieplitz-Niederung heimisch. Noch 1989 wurden einzelne Vögel hier beobachtet. Allerdings waren die von den kleinen Eulen bevorzugten Lebensräume mit guter Nahrungsgrundlage nicht mehr in ausreichendem Umfang vorhanden.
Steinkäuze brauchen eine kleinräumig gegliederte Landschaft mit Hecken, Feldgehölzen, Sträuchern und Kopfweiden. Die knuffigen Vögel fangen ihre Beutetiere am Boden laufend und sind daher auf ganzjährig extensiv beweidetes Grünland angewiesen.
Mit Einführung der intensiven Landnutzung in der Nuthe-Nieplitz-Niederung ging ein steter Rückgang der Steinkäuze einher. Auf riesigen Ackerschlägen gab es keinen Platz mehr für Hecken, Feldwege mit Alleen, Sölle oder Obstwiesen. Feuchtgebiete wurden entwässert. Die intensive Tierhaltung benötigte ausreichend Futter von intensiv bewirtschaftetem Grünland. Ungenutzte Brachflächen mit blütenreicher Vegetation und vielen Insekten gab es nicht mehr. Die letzten Steinkäuze verschwanden vor über 20 Jahren aus der Nuthe-Nieplitz-Niederung.

Seit Dezember 2011 wird das Projekt zur Wiederansiedlung mit Mitteln des Landes Brandenburg und der EU gefördert. Der NABU Kreisverband Potsdam, die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg, die Viola Pfeifer Stiftung und Steinkauzfreunde unterstützen das Projekt.
Die Zuchtvögel werden artgerecht mit Insekten, Mäusen, Regenwürmern und Eintagsküken gefüttert. In ihren künftigen Lebensräumen werden die Jungvögel in Auswilderungsvolieren auf das Leben in Freiheit vorbereitet.Kauz-1.jpgDa in der freien Landschaft natürliche Bruthöhlen fehlen, werden für jedes anzusiedelnde freilebende Brutpaar mindestens zwei mardersichere Brutröhren und weitere 2-3 Röhren als Unterschlupf und Schutz in Bäumen und an Gebäuden angebracht.


Bisher ist das Projekt erfolgreich. Die ersten freilebenden Brutpaare und weitere neu besetzte Reviere stimmen uns optimistisch.

Unser Ziel - Wir wollen im Naturpark eine stabile Steinkauzpopulation mit 150 Brutpaaren ansiedeln.

Das Projekt wird gefördert gemäß der Richtlinie des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg über die Gewährung von Zuwendungen für die Förderung des natürlichen Erbes und des Umweltbewusstseins Teil D. Förderung durch den Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) zur Förderung der Entwicklung der ländlichen Räume in der Europäischen Union (EU).

Dr. R. Seidel, 1.12.17