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Wir schweigen uns zu Tode – Klimawandel interessiert uns nicht.

In der ZEIT führte uns allen  der Artikel „Wir schweigen uns zu Tode“  deutlich vor Augen, wie sich die Politik und Medien wegducken,  wenn insbesondere zu Wahlzeiten das Thema „Klimawandel“ aufgerufen wird. Es wäre zu fern und zu abstrakt, die Wähler würden wegbleiben, das Interesse sei nicht da.  Insbesondere die westliche Welt schläft. Das ist genauso, als würde man mit einem Auto auf eine Wand zurasen  und - statt auf die Bremse zu treten -einschlafen.  In der westlichen Welt fürchten sich viele „besorgte“ Bürger vor einer Überfremdung – aber nicht vor der Überhitzung des Planeten, die voll im Gange ist und tägliche Realität. Man hat Angst, Traditionen könnten sich abschwächen und eventuell verloren gehen durch die derzeitigen Migrationsbewegungen. Dabei geht uns jetzt viel anderes aus unserer Umwelt verloren, was in Millionen Jahren entstand, und wir? Wir vermissen es nicht mal. Die extremen Wetterlagen insbesondere auf der südlichen Halbkugel  lassen viele Menschen sich auf den langen Marsch machen, um ihrer weggeschwemmten Heimat, ihren vertrockneten Feldern zu entkommen und um von unserem Wohlstand, den wir ja auf ihre Kosten erwirtschaften, wenigstens ein Dach zu erhalten.  Zu diesem Thema versagen wir alle – Gesprächsrunden, die zwar über die Probleme reden, die durch das Zuströmen der Vertriebenen entstehen, aber die Ursache ausklammern und ihr eigenes Handeln nicht mal in Frage stellen.  Das Thema Klimawandel ist so präsent wie nie, es ist so dringend wie nie – gerade jetzt, wo absehbar wird und ist, dass das vereinbarte Pariser Ziel, den Temperaturanstieg weltweit unter zwei  Grad  zu halten, nicht mehr erreicht werden kann.
Wir kümmern uns um Probleme auf sehr hohem Niveau und vergessen unsere Nächsten.  Und die Gründe, warum jetzt das Thema ausgeklammert werden muss, sind alle falsch. Das Thema ist nicht nur global zu lösen, deshalb ist es gefährlich, auf globale Kooperationen zu hoffen. Auch wenn die Bedrohung für Deutschland noch ziemlich fern scheint, wir müssen etwas tun.  Das TV-Duell zwischen Merkel und Schulz drehte sich zu  über 30% um die nachgeordnete Migrationsfrage, um den Klimawandel zu null Prozent.  Nachweislich sterben durch Stürme und Überschwemmungen in den USA mehr Menschen als durch islamistische Attentate, wie eine Studie der Universität Harvard dokumentierte. Jeder verunglückte Mensch ist einer zu viel. Aber auch die Medien sollten die Prioritäten anders setzen! Ohne unsere natürlichen Lebensgrundlagen können wir nicht existieren. Klimawandel ist ein komplexes Thema, aber das drängendste was wir haben. Ich kann Ihnen  den Film Crash 2030 vorstellen – da geht es um eine Gerichtsverhandlung in Den Haag, die Politiker der 90 er Jahre werden verurteilt, weil sie wissentlich die bereits 1995 vorliegenden Fakten ignorierten und den Klimawandel somit verschärften. Was unsere Nachbarn betrifft, betrifft auch immer uns selbst. Und die ohnehin zerbrechlichen politischen Systeme werden nicht nur in der Dritten Welt unter verschärften klimatischen Bedingungen kollabieren. 
Und was machen wir in Deutschland, in Brandenburg, in der Stadt?  Wollen wir durch erneuerbare Energien das Land stark machen oder wollen wir Flüchtende bekämpfen, den Klimawandel leugnen und uns wieder vom russischen Gas abhängig machen? Wir müssen darüber reden –– sonst schweigen wir uns zu Tode, wie das Schlusswort in der ZEIT sagt.  Wir – das ist jeder Einzelne, denn jede Handlung ist politisch, jeder Einkauf beschreibt unsere Einstellung zum Klimawandel,  jeder Kauf einer veralteten  Technik, jede nicht genutzte Wärmedämmung, jede vergessene Solaranlage verschärft das Problem.
Zum 12. März 2018 um 19.00 Uhr lädt Sie der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen ein, im Rahmen der Frauenwoche an einer Veranstaltung zum Klimawandel mit der energiepolitischen Sprecherin der Brandenburger Grünen, MdL Heide Schinowsky, teilzunehmen und mitzudiskutieren. „Was interessiert mich der Klimawandel – wie privat ist der Wandel in unserer Umwelt“.
Wir treffen uns im Fliegerheim Borkheide, Sie sind herzlich eingeladen – Frauen und Männer sind willkommen. Ich bin der festen Überzeugung, wir haben einen schweren Weg vor uns – aber gemeinsam können wir was bewegen! Machen Sie mit! Kommen Sie und diskutieren Sie mit.
Dr. Elke Seidel, Birkhorst, 1.2.2018